Herbst Winter 2025

Tagungshaus in neuem Glanz

Der Umbau war fordernd, aber hat sich gelohnt: Seit einem Jahr freuen sich alle im Tagungshaus der Erzdiözese Salzburg über eine klare Gebäudestruktur, barrierefreie Zugänge und mehr Licht.

„Für diese Aufgabe brauchst du es nicht nur hier“, sagt Polier Thomas Embacher, auf seinen Bizeps zeigend, „sondern auch hier“, und tippt sich an die Stirn. Im freigelegten Erdgeschoß des Tagungshauses der Erzdiözese Salzburg stehen der Direktor des Tagungshauses, Herwig Ortner, Bauleiter Johannes Sieberer sowie Thomas Embacher und seine Partie von RIEDERBAU. RIEDERBAU hat die Baumeisterarbeiten für den großen Umbau zur Modernisierung des Bildungshauses in Wörgl übernommen. Ziel des Umbaus ist, im durch mehrere Bauetappen etwas verschachtelten Gebäude Barrierefreiheit und eine klarere Gebäudestruktur herzustellen. Außerdem soll der Zugang vom Vorplatz und nicht von der Brixentaler Straße her attraktiver gestaltet und das Gebäude für neue Nutzungen fit gemacht werden.

"Manchmal bringt ein Abbruch Überraschungen, für die dann rasch Lösungen gefunden werden müssen."

Johannes Sieberer,

Bauleiter

„Umbauen ist oft besonders spannend“, erzählt Johannes Sieberer, Bauleiter bei RIEDERBAU, „weil man häufig auf etwas stößt, womit man nicht gerechnet hat.“ Sofern man überhaupt alte Pläne findet, ist nicht sicher, dass die auch exakt so umgesetzt worden sind. Manchmal bringt ein Abbruch Überraschungen, für die dann rasch Lösungen gefunden werden müssen. So auch beim Tagungshaus in Wörgl: „Die Stahlbetondecken im Bereich des Stiegenhauses sind damals als Fertigteildecken ausgeführt worden, was wir nicht wussten. Diese Bauweise verhält sich statisch anders als eine Ortbetondecke. Dadurch war mehr Abriss nötig als ursprünglich geplant.“

UMBAUEN SPART ZEIT UND GELD

„Nicht zuletzt die kürzere Bauzeit hat für eine Sanierung statt Neubau gesprochen“, erklärt Herwig Ortner, Direktor des Tagungshauses in Wörgl. Nur für ein Jahr sollten die Serviceeinrichtungen der Erzdiözese ausgelagert und Veranstaltungen andernorts durchgeführt werden. Die ohnehin knapp bemessene Bauzeit war durch Verzögerungen in der Planungsphase noch einmal verkürzt worden, aber im November 2024 wurde das Bildungshaus wie geplant wiedereröffnet. „Die Geschwindigkeit, mit der die Baumeisterarbeiten vom RIEDERBAU-Team durchgeführt wurden, war beeindruckend“, berichtet Herwig Ortner. Besonderen Eindruck aber hat die Lösung der statischen Probleme im jetzigen Eingangsbereich des Hauses hinterlassen. „Für die angestrebte Barrierefreiheit mussten die Niveauunterschiede der verschiedenen Bauteile angepasst werden“, erzählt Ortner. Dafür wurde eine Geschossdecke herausgeschnitten und abgesenkt. Außerdem wurden tragende Wände durch Stahlträger ersetzt. 

 

8,85 m Länge und jeweils 700 kg hatten die zwei Träger, die händisch an ihren Bestimmungsort transportiert werden mussten. Auf Schragen und mit Kraft und Hirn, wie Polier Thomas Embacher betont, wurden sie in den neuen Eingangsbereich des Hauses gehievt. „Die Bauabwicklung an diesem Standort war herausfordernd: Auf der einen Seite die stark befahrene Brixentaler Straße, auf der anderen eine Wohnanlage – da muss man schauen, wie man alles an Ort und Stelle bringt“, begründet Sieberer dieses Vorgehen, das den Zusehenden imponierte. „Alles ist gut gegangen“, freut er sich. „Ein Abbruch ist immer mit einem höheren Risiko für die Arbeitssicherheit verbunden. Wenn das unfallfrei über die Bühne geht, sind wir froh, aber auch stolz.“ „Gott sei Dank“, bestätigt auch Ortner, und dieser Dank ist im Haus der Erzdiözese Salzburg wörtlich zu nehmen. Ganz profan dankt er allen bauausführenden Firmen und Handwerker*innen, die zum Gelingen beigetragen haben: „Wir bekommen viele Komplimente für das neue Haus und freuen uns jeden Tag über mehr Licht und die klare Struktur.“

"Gott sei Dank ist alles gut gegangen! Wir freuen uns jeden Tag über mehr Licht und die klare Struktur im neuen Haus."

Herwig Ortner,

Direktor Tagungshaus Wörgl

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