Frühjahr Sommer 2026

Effizient und sparsam

Der SCA-Baustandard weist Optimierungspotenziale für Bauprojekte aus. Mit RIEDERBAU-Immobilien und dank Design & Build kann RIEDERBAU einige dieser Vorschläge direkt umsetzen – und damit zeigen, dass Bauen nicht immer noch teurer werden muss.

Vom Wohnzimmer hinaus auf den Balkon einen kleinen Schritt hinunter – wann mussten Sie den zuletzt setzen? Im Neubau sicher nicht. Obwohl dieser Niveauunterschied rechtlich zulässig ist und die Wohnqualität nicht beeinträchtigt, wird er kaum mehr gebaut. Einen Balkon bündig an die Bodenhöhe der Innenräume anzuschließen, ist aufwändig und entsprechend teuer. „Natürlich ist die Stufe so, dass man sie ohne große Mühe barrierefrei anpassen kann“, erklärt Bauleiter Fabian Gfäller von RIEDERBAU. „Aber im sozialen Wohnbau mit 40, 60 Wohnungen wird das nie für alle nötig sein – und vorab könnte man mit der einfacheren Bauweise sparen.“

 

Sechs Baufirmen aus ganz Österreich arbeiten in der SCA – Smart Construction Austria – gemeinsam an der Zukunft des Bauens. Ihr jüngstes Projekt ist die Entwicklung eines Baustandards, der dem Preisdruck im Wohnbau entgegenwirken soll. Jedes Unternehmen hat Mitarbeitende aus andersgearteten Bereichen in eine Arbeitsgruppe entsandt – von Kalkulation über Bauleitung bis hin zu Statik. Gemeinsam suchen sie nach Lösungen für günstigeres Bauen. Von RIEDERBAU mit dabei: Prokurist Richard Thrainer und Bauleiter Fabian Gfäller. Der Mix an Kompetenzen und Kenntnissen führte dazu, dass sich die Fachleute sogar gegenseitig überraschen konnten. „Die Idee, bei Flachdächern auf Gefälledämmung zu verzichten und dabei gleichzeitig Wasserspeicher für ein Gründach zu gewinnen, war für mich neu“, erzählt Baumeister Dieter Hofer von Handler Bau aus Bad Schönau. „Dafür konnten wir viel Erfahrung mit der dynamischen Gebäudesimulation für eine optimale Dimensionierung der technischen Gebäudeausstattung einbringen.“

 

"Wir gehen in Richtung kreislauffähiger und wartungsarmer Bauweisen."

Dieter Hofer

Handler Bau, Bad Schönau

SICHERHEIT GEHT IMMER VOR

 

Tragfähigkeit und Brandschutz – sie sind beim Hausbau nicht verhandelbar. An diesen Stellen lässt sich also auch nicht sparen. Verhandelbar hingegen sind Standards, die sich eingebürgert haben, weil wir es gerne in jeder Situation bequem haben. Ein Beispiel: Für die Dimensionierung des Heizsystems wird berechnet, wie viel Wärme nötig ist, um ein Gebäude jederzeit auf die gewünschte Innentemperatur zu bringen. In die Berechnung fließen Faktoren wie Standort, Gebäudeform, Raumgrößen und Nutzung ein. Die Norm für die Heizlastberechnung orientiert sich dabei an extremen Kältetagen, die nur selten auftreten. Die meisten Heizungen sind daher nie ausgelastet. Der SCA-Baustandard sieht eine dynamische Heizlastberechnung vor. Diese berücksichtigt mehr Faktoren, z. B. ob alle Räume immer genutzt werden oder ob es an manchen Stellen gar nie so kalt wird, weil die Wintersonne einstrahlt. Gemütlich warm bleibt es auch im SCA-Baustandard-Haus!

DIE RECHTLICHE SITUATION

 

Der SCA-Baustandard bleibt innerhalb aller gesetzlichen Vorgaben, aber weicht punktuell von Normen ab. Im Streitfall orientieren sich Gutachter und Richter:innen für gewöhnlich an den Normen. Daher muss der SCA-Baustandard vertraglich festgehalten werden – Transparenz und eine fundierte Aufklärung vorausgesetzt. Dieter Hofer von Handler Bau spricht von erweiterten „Optionen in der Kundenberatung“. Bewohner:innen von SCA-Baustandard-Gebäuden werden „ein Gefühl von Ordnung und Struktur“ erleben: nichts zu viel und nichts zu wenig. RIEDERBAU wird einige der Vorschläge nun in einem Projekt des eigenen Bauträgers RIEDERBAU-Immobilien umsetzen, einem Wohnhaus für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Clarapark. „Da wir uns mit uns selbst rasch über Verträge und Gewährleistung einig sind, können wir mit RB_Home zeigen, was klug und möglich ist“, freut sich Richard Thrainer darüber, dass aus Theorie nun Praxis wird. „Und selbstverständlich bauen wir für unsere Kolleg:innen was G’scheites“, ergänzt Projektleiter Fabian Gfäller.  

 

"Mit den SCA-Baustandards geht so manches einfacher und bleibt dabei gleich gut. "

Fabian Gfäller,

Bauleiter RIEDERBAU

AUCH ANDERSWO DENKT MAN SO

Der Hamburger Baustandard

 

Ein ähnliches Ziel wie der SCA-Baustandard verfolgt der Hamburger Baustandard. In der deutschen Metropole suchten und fanden die Behörden Einsparpotenziale. Die Dauer der behördlichen Abwicklung ist ein Preistreiber am Bau, daher ist die Mitarbeit der Behörden daran, Vorgaben zu vereinfachen, hoch relevant. Auch der Gebäudetyp E – E steht für „einfach“ und „experimentell“ –, eine Entwicklung der Bayerischen Architektenkammer, will durch pragmatische Lösungen den Wohnbau finanzierbar halten. „Der Grundgedanke lautet, Details ohne Qualitäts- und Funktionseinbußen alternativ zu lösen und ressourcenschonend zu bauen“, erklärt Dieter Hofer. Entscheidend sei dabei eine Planung, die alle Gebäudeschichten zusammen betrachtet.