Herbst Winter 2025

Das KI Kompetenzzentrum ist eröffnet

Nachts auf einer Baustelle: Quietschend öffnet sich eine schwarze Truhe, leise surrende Drohnen steigen hoch und verteilen sich im menschenleeren, dunklen Gebäude … Was machen die kleinen, KI-gesteuerten Flugobjekte? Sie übermitteln Bilder von der Baustelle an eine Künstliche Intelligenz. Diese gleicht die Arbeit des vergangenen Tages mit den Prozess- und Bauplänen ab, überprüft so den Baufortschritt und stellt Mängel fest. Die Ergebnisse dieser Kontrolle landen vollautomatisch bei der Bauleitung. Zum Arbeitsbeginn am nächsten Morgen liegen ein aktueller Baubericht und Empfehlungen für den weiteren Bauprozess vor. Während die Menschen die Baustelle wieder mit Leben füllen, schlummern die fliegenden Kameras friedlich angedockt an ihren Ladestationen in der dunklen Kiste.

FORTSCHRITT DURCH KI

Das ist eines der Zukunftsszenarien für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) am Bau. KI kann Unmengen von Daten in kurzer Zeit verarbeiten, sie imitiert dabei das logische Denken des Menschen und kann sich selbst weiterentwickeln und optimieren. Aus Beispielen, Wiederholungen und Mustern leitet sie rechnerisch Antworten auf Fragen ab. Wird die KI mit einseitigen Daten gefüttert, sind auch ihre Schlussfolgerungen entsprechend schief. Wird sie aber mit ausreichend guten Daten versorgt, liefert sie hochpräzise Ergebnisse. Die Drohnen in der Zukunftsvision haben viele Vorteile gegenüber Menschen, die einen Baufortschritt sichten und dokumentieren: Ein ganzer Drohnenschwarm kann kostengünstig ausgesandt werden, und das in der Nacht. Die fliegenden Kameras übersehen nichts und greifen der Auswertung der Daten nicht interpretierend vor. Eine speziell für den Bau trainierte KI kann mit diesen Daten einen entscheidenden Beitrag zur Früherkennung von Problemen und zur Baustellendokumentation leisten.

 

KOMPETENZZENTRUM KI

„Keine Angst vor der KI!“, meint dazu auch der Teamleiter für integrale Planung bei RIEDERBAU, Prokurist Richard Thrainer. Gemeinsam mit Andreas Huber, IT-Experte bei RIEDERBAU, ist er Ansprechpartner für Fragen zur KI im Unternehmen sowie Kontaktperson zum neu gegründeten Kompetenzzentrum KI, das an der International Business School der FH Kufstein Tirol angesiedelt ist. Das Kompetenzzentrum KI in Kufstein hat das Ziel, Unternehmen und Fachkräften in der Region den Zugang zu Wissen in Bezug auf KI zu erleichtern und den Aufbau von KI-Nutzungskompetenz zu fördern. Mehrere Leitbetriebe der Region, die Wirtschaftskammer und die Fachhochschule Kufstein haben sich zusammengetan, um gemeinsam Innovationen in den Bereichen Digitalisierung und KI voranzutreiben. Sie bündeln Ressourcen und lernen mit- sowie voneinander. RIEDERBAU ist von Anfang an mit dabei.

 

SO HILFT DAS KOMPETENZZENTRUM KI

„Im alltäglichen Geschäft kann man mit der rasanten Entwicklung der KI nicht Schritt halten“, erläutert Richard Thrainer. „Das Kompetenzzentrum kann uns bei der Beobachtung dieser Entwicklung und der Beurteilung neuer KI- Tools unterstützen. Sollte z. B. ein Start-up genau die Baubeobachtungs-KI entwickeln, von der wir träumen, würde uns das Kompetenzzentrum darauf aufmerksam machen.“ Seit dem Kick-off im Februar 2025 erhebt das Zentrum dafür Bedarfe der Betriebe in der Region. Eine zweite Aufgabe des Kompetenzzentrums ist die Entwicklung und Organisation von Fortbildungen im Bereich KI. „Wir haben gleich bei uns selbst angefangen“, erzählt Thrainer. „Anton Rieder und ich haben einen Kurs besucht und an einem Workshop zur Entwicklung einer KI-Strategie für das eigene Unternehmen teilgenommen.“

"Ich freue mich darauf, irgendwann ein paar lästige Alltagsarbeiten der KI zu überlassen. In diese Richtung arbeiten wir und davon werden alle profitieren."

Richard Thrainer,

Prokurist / Teamleitung integrale Planung

KI-STRATEGIE BEI RIEDERBAU

Entscheidend für eine erfolgreiche Implementierung von KI in Unternehmen wird sein, das große Ganze nicht aus dem Blick zu verlieren. Zum großen Ganzen zählen bei RIEDERBAU Handwerk, analoge und nicht KI-basierte Werkzeuge, Kreativität, Wissen sowie Daten und in erster Linie die Menschen. Die KI ist quasi eine zusätzliche Farbe in diesem Bild. „Vor allem unsere jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben auch richtig Lust auf KI“, zeigt sich Richard Thrainer zuversichtlich. „Wir werden von der KI profitieren. Wie schnell und wo genau, werden wir sehen. Hauptsache, wir gehen die Sache an und fürchten uns nicht wie das Kaninchen vor der Schlange.“

RIEDERBAU KI, Kompetenzzentrum KI Kufstein, Richard Thrainer RIEDERBAU, Digitalisierung Bauwesen, Innovation am Bau